Vom 10-12.06.2021 und vom 17.-19.06.2021 wird die durch Student:innen der beiden PSE Partnerhochschulen Stuttgart und Ludwigsburg organisierte Tagung digital stattfinden.
Gefördert wird die studentische Initiative durch die PSE und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) sowie durch die Verfasste Studierendenschaft der PH Ludwigsburg.

Im Zentrum stehen Vorträge von Expert:innen, die sich mit dem Themenfeld der digitalen Medien auseinandersetzen, welche durch von Student:innen geleitete Workshops ergänzt werden. Die Workshops dienen der Vernetzung der Student:innen sowie der direkten Anwendung und kritischen Auseinandersetzung mit eben gehörten Vortragsinhalten.
Weiter wird den durchführenden Student:innen die Möglichkeit eröffnet, sich an der Konzeption und Durchführung eines Workshops im Umfeld der Hochschulen auszuprobieren.

Programm:

Abstracts

Anbei finden Sie die Abstracts der geplanten Vorträge sowie der dazugehörigen Workshops.

Leonie Jacob, M.Sc.Prof. Dr. Anja BallisProf. Dr. Matthias Ballod und Bernhard Franke, M.Ed.Christian MüllerDr. Gunhild BergMarcus LobbesAnne Trapp, StRProf. Dr. Jan M. BoelmannDr. Matthias KnoppDr. Andreas OsterrothDr. Lisa König

Digitale Medien im Unterricht (Eröffnungsvortrag)
10.06.2021, 16:15 Uhr

Digitale Medien sind heutzutage allgegenwärtig. Der Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht wurde jedoch lange kritisch betrachtet und nur an vereinzelten Schulen in Deutschland umgesetzt. Mit dem DigitalPakt und spätestens der Corona-Pandemie ist der mediengestützte Unterricht stark in den Fokus gelangt. Auch im Bildungsplan ist die Nutzung digitaler Medien in allen Fächern als Aufgabe aller Lehrpersonen bereits festgesetzt. So stehen Lehrerpersonen vor der neuen Herausforderung digitale Medien gezielt im Unterrichteinzusetzen. Hierbei sollten digitalen Medien als Werkzeug betrachtet werden, um Lernziele zu erreichen und Lernende zu vertieften Lernprozessen anzuregen. Der Umgang mit digitalen Medien birgt jedoch auch Gefahren, wie Fake News und Cybermobbing, denen im Unterricht präventiv entgegengewirkt werden sollte.In diesem Auftaktvortrag werden Grundkonzepte eines didaktisch sinnvollen Einsatzesdigitaler Medien im Unterricht vorgestellt. Hierfür werden theoretische Grundlagen als auch Praxisbeispiele gezeigt und präventive Maßnahmen zur Vermeidung potenzieller Risiken kurz erläutert.

Interaktive Zeugnisse von Holocaust Überlebenden im Deutschunterricht
11.06.2021, 09:15 Uhr

In meinem Beitrag stelle ich das Medienformat der interaktiven 2/3D-Zeugnisse vor, das von einem interdisziplinären Team seit 2018 an der LMU München entwickelt wird. Die Die Idee ist so einfach wie bestechend: Überlebende des Holocaust erzählen ihre Geschichte und beantworten bis zu 1.000 Fragen zu ihrem Leben vor, während und nach dem Holocaust. Erzählung und Beantwortung der Fragen werden volumetrisch oder stereoskopisch gefilmt. Solchermaßen wird die Grundlage geschaffen, die Überlebenden in 3D und in Lebensgröße zu visualisieren; zudem können Lernende ihre Fragen stellen, die mit Hilfe von Spracherkennung abgeglichen wird und eine Art Dialog zwischen Mensch und Maschine nahelegt. Wie Schüler*innen diese Form der Mensch-Maschine-Interaktion wahrnehmen und welche Schlussfolgerungen daraus für den Deutschunterricht gezogen werden können, wird im Vortrag ausführlich reflektiert. Ergebnisse einer empirischen Erhebung unter Schüler*innen liefern erste Anhaltspunkte für eine unterrichtliche Einbindung. Die leitende Fragestellung meines Vortrages ist, inwiefern ein solches Medienformat ein Lernen mit und über Medien im Deutschunterricht befördern kann. 

Kurzbiografie:
Anja Ballis, leitet seit 2013 den Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der LMU München; seit vielen Jahren forscht sie zu Holocaust Education in schulischen und außerschulischen Kontexten. Sie ist Herausgeberin der Reihe „Holocaust Education – Historisches Lernen – Menschenrechtsbildung“ (Springer Verlag).

Workshop:
12.06.2021, 10:00 Uhr
Leitung: Michael Kuhn

Zukünftige Lehr-/Lernmittel: Einblicke in digitale Schulbücher, Apps und interaktive Arbeitsblätter
11.06.2021, 11:15 Uhr

Virtual-Reality-Exkursionen, Educational Data Mining und automatisch personalisierte Lernumgebungen– Die „Schule der Zukunft“ wird in der Regel als ein Ort imaginiert, der von Software durchdrungen ist. 

Im Vortrag wird diskutiert, mit welchen Materialien und Methoden im Deutschunterricht zukünftig gelernt und gelehrt werden könnte. 

Dies geschieht praxisnah anhand verschiedener aktueller und zum Teil unveröffentlichter Tools und Angebot von Schulbuchverlagen, Nachhilfeplattformen u.A. Durch das Testen und Vergleichen dieser werden die Potentiale der kommenden Veränderungen analysiert.  Anhand vielfältiger Beispiele wird so reflektiert, was gute Lehrmittel ausmacht, welche Lehrmittel didaktischen und methodischen Ansprüchen standhalten und wie die Potenziale zeitgemäßen Lehrens und Lernens genutzt werden können.

Workshop:
19.06.2021, 12:00 Uhr
Leitung: Hannah Schwaß

Do-it-youself! Niederschwelliges Erstellen interaktiver Lerninahlte mit H5P
Die Vielfalt von frei verfügbaren Online-Lernangeboten ist so groß wie nie und reicht von einfachen Arbeitsblättern bis zu interaktiven Lerninhalten. Am Beispiel der Software H5P (https://h5p.org/content-types-and-applications) demonstriert der Workshop, wie wir interaktive digitale Lerninhalte schon jetzt interaktiv gestalten und selbst veröffentlichen können. Für den Workshop sind keine besonderen Kenntnisse erforderlich und er orientiert sich an wenigen niederschwelligen Inhaltstypen von H5P, die während dem Workshop ausprobiert und im Nachgang selbst erstellt werden können.

Wenn Narration und Interaktivität verschmelzen … – Spielarten  intermodalen Zusammenwirkens in digitalen Bilderbüchern
11.06.2021, 14:15 Uhr

Basierend auf den theoretischen Grundlagen der multimodalen  Kompositionalität und Rezepti-onsweisen digitaler Bilderbücher steht  die Analyse des digitalen Bilderbuchs Ich warte (Bloch/Cali 2013) im  Zentrum des Vortrags. Mit Blick auf den Deutschunterricht werden in  der Folge Spielarten intermodalen Zusammenwirkens zwischen Narration  und Interaktivität aufgezeigt. Der Vortrag schließt mit Leitfragen zur Analyse digitaler Bilderbücher.

Vernetzt. Integrativer Deutschunterricht mit Social Media
11.06.2021, 16:15 Uhr

Instagram, Twitter, Snapchat oder TikTok – Social Media sind zentral für das Aufwachsen Jugendlicher, für ihre mediale, sprachliche wie literarische Sozialisation ebenso wie für ihren Wissens- und Informationserwerb. Für den Deutschunterricht bieten die medienspezifischen Sprach-, Literatur- und Kommunikationsphänomene des Social Web neue Gegenstände und Zugangsweisen: #instapoetry, Twitteratur, #BookTok, Erklärvideos, Fake News, Fanfiction… Im Zentrum des Vortrags steht daher die Frage: Wie kann man über und mit Social Media im Fach Deutsch unterrichten? 

Dafür werden Ideen für einen integrativen Deutschunterricht vorgestellt; viele davon sind von Studierenden entworfen und von ihnen selbst ausprobiert – in und mit Social Media oder alternativer datenschutzkonformer Software. Der Vortrag verfolgt auf diese Weise zwei miteinander verbundene Aspekte: Medienbildung über und mit Social Media. Denn das Social Web ist das größtmögliche Lernnetzwerk – nicht nur für Schüler*innen, sondern auch für angehende und aktive Lehrkräfte (Facebook-Gruppen, #twlz, #instalehrerzimmer).

Workshop:
12.06.2021, 12:00 Uhr
Leitung: Julia Schrodt

Digitale Ausspielformate in der Darstellenden Kunst verstehen und vermitteln
12.06.2021, 14:15 Uhr

Das jetzt notwendige und nicht aufschiebbare Erlernen von Methoden zur Kommunikation mit dem Publikum im digitalen oder virtuellen Raum hat sich in Laufe der Pandemie als weit mehr als nur ein Notfallprogramm gezeigt. Die Kreativität aller Betroffenen und Beteiligten, um Formate für die Gegenwart zu schaffen, hat viele erstaunliche Ergebnisse gezeitigt, die auch als zukunftsweisend verstanden werden sollten. Wenn wir verstehen, dass die Nutzung neuer Technologien schon seit je her mit der Produktion von Kunst verbunden ist, dann sehen wir auch einen Gewinn für das Arbeiten in der Zeit nach der Krise.

Eigenständiges Lernen mit Moodle erfahren und selbst umsetzen – ein Beispiel aus dem Projekt „Schule und Unterricht in der digitalen Welt“
17.06.2021, 16:15 Uhr

Die Lernplattform Moodle ist bereits an vielen Universitäten und Schulen etabliert und auf den ersten Blick wirkt es, als wäre Moodle ein Instrument, um lediglich Dokumente hochzuladen und auszuwerten. Aber Moodle bietet deutlich mehr Möglichkeiten, indem es als Tool genutzt werden kann, um z.B. Formen des eigenständigen Lernens systematisch zu ermöglichen und anzuleiten.

Der Vortrag wird zunächst einen kurzen Überblick über das Pilotprojekt ‚Schule und Unterricht in der digitalen Welt‘ geben, das im Sommersemester 2021 erstmals an der Universität Bielefeld stattfindet. Dann folgt ein Einblick in die moodlebasierten, interaktiven Selbstlernmodule, deren didaktische Anlage als Teil des Blended Learning Kurses sowie Übertragungsmöglichkeiten für den schulischen Unterricht. Im Anschluss daran soll gemeinsam über eigene Erfahrungen mit Lernplattformen und deren Chancen und Herausforderungen im unterrichtlichen Kontext diskutiert werden. 

Im Vordergrund des fächerübergreifenden und phasenverbindenden Projekts ‚Schule und Unterricht in der digitalen Welt‘ steht zum einen die Professionalisierung der angehenden Lehrkräfte im Hinblick auf medienbezogene wie auch pädagogisch-didaktische Kompetenzen. Zum anderen liegt der Fokus auf der kollaborativen Erstellung digitaler Unterrichtsmodule mit Lehrkräften einer Kooperations-schule. Im Sinne des didaktischen Doppeldeckers werden die Lerninhalte den Studierenden unter anderem in Form von interaktiven Selbstlernmodulen auf der Lernplattform Moodle dargeboten. Diese sollen die eigenständige Auseinandersetzung und Vertiefung mit der Thematik ‚Lernen und Lehren in einer digitalen Welt‘ fördern. Die Module, die u.a. mit H5P Aktivitäten umgesetzt sind, bieten Studierenden und Kooperationslehrkräften die Chance die vielfältigen Möglichkeiten in Moodle aktiv zu erfahren. Die so gemachten Erfahrungen mit Moodle ermöglichen es den Teilnehmenden entsprechende Funktionsweisen auch für ihren (späteren) Unterricht nutzbar zu machen. 

Workshop:

Literatur im Deutsch- und Sprachenunterricht im Digitalen (neu) entdecken
19.06.2021, 10:00 Uhr

Wenn der Literaturunterricht mit den Möglichkeiten des Digitalen verknüpft wird, zeigen sich neue Chancen seiner Gestaltung und der Anschlusskommunikation. Leseeindrücke werden mit Memes oder mit Booksnaps visualisiert, die Protagonisten des Romans werden zu Held*innen der Social Media Szene und ihre Dialoge werden kollaborativ verfasst. 

Der Workshop möchte Impulse für den Literaturunterricht geben und einerseits aufzeigen, welche digitalen Tools dafür genutzt werden können. Andererseits beleuchten, welche neuen Herangehensweisen sich anbieten, wenn die Kultur der Digitalität also die Welt, in der wir alle leben, in die Planung mit einbezogen wird. 

Ausgehend von Good Practice Beispielen werden wir in Kleingruppen erste eigene Ideen entwickeln und gegebenenfalls ausprobieren, um die entstehenden Produkte abschließend gemeinsam mit allen zu diskutieren. 

Computerspiele im Deutschunterricht
17.06.2021, 18:15 Uhr

Workshop:
18.06.2021, 18:00 Uhr
Leitung: Jaron Müller

Computergestütztes Schreiben
18.06.2021, 09:15 Uhr

Digitale Medien durchdringen Beruf und Freizeit, Bildungsinstitutionen sowie außer- und institutionelle Kommunikation weiterhin zunehmend. In der digitalisierten Gesellschaft werden in verstärktem Maße Prozesse digital gestaltet, was auch mit Blick auf den (Deutsch-)Unterricht nicht ohne Folgen bleibt.
Immer stärker rückt die Frage in den Fokus, wie digitale Ressourcen sinnvoll innerhalb von Lehr- und Lernkontexten genutzt werden können. Das Sprachliche hat hier eine herausgehobene Funktion, da Handeln in und mit Medien zuvorderst auf der Verwendung sprachlicher Symbolsysteme (insbesondere Schrift) beruht und digitale Medien für die Vermittlung und den Erwerb sprachlicher Bildung wichtiger werden. Schule und Unterricht müssen dem vermehrt Rechnung tragen. Digitale Medien können dabei sowohl Instrumente didaktischen Handelns als auch Lern- und Reflexionsgegenstand sein. Auf beide Perspektiven wird im Workshop fokussiert. Die kurzen, systematisierenden theoretischen Ausführungen werden für die Analyse authentischer Beispiele herangezogen; exemplarisch wird zudem eine hochschuldidaktische Konzeption (in Zusammenarbeit mit einer Grundschule) vorgestellt.

Gamification im Deutschunterricht
18.06.2021, 11:15 Uhr

Lernen und Spielen, das geht schon seit Jahrhunderten Hand in Hand. Doch Lernen und Gaming , kann das auch zusammenpassen? In diesem Vortrag erhalten Sie zum einen Überblick über das ebenso neue wie kontroverse Thema Gamification und zum anderen Vorschläge, wie man Gamification möglichst konstruktiv in den Deutschunterricht integriert.
Nach diesem Vortrag werden Sie einen groben Überblick über die Geschichte der Gamification haben, wissen, was der Unterschied zwischen Lernspielen und gamifizierten Lernumgebungen ist, werden sich der Risiken ebendieser Umgebungen bewusst sein und ganz konkrete Vorschläge kennen, wie man den eigenen Deutschunterricht mit gamifizierten Elementen anreichert.

Von der schönen neuen Welt – Virtual und Augmented Reality-Anwendungen im Literaturunterricht
18.06.2021, 14:15 Uhr

Dr. Lisa König
Institut für deutsche Sprache und Literatur, Pädagogische Hochschule Freiburg

Brille auf, Welt an! Virtual und Augmented Reality-Anwendungen entführen ihre Rezipient*innen in digitale Welten, die sie – anders als bei Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln – nicht erlesen, sondern selbst entdecken und sich in ihnen bewegen können. Insbesondere die immersive Auseinandersetzung mit den Anwendungen bietet das Potenzial, literarische Lernprozesse multidimensional anzustoßen. Im Rahmen des Vortrags steht daher die Frage im Zentrum, inwiefern sich diese Potenziale für die schulische Literaturvermittlung in verschiedenen Altersstufen nutzen lassen, und welche Herausforderungen es hierbei zu bewältigen gilt.